Anatomie

Der Penis: Mythen und Wahrheiten

Dein bestes Stück - das Körperteil, mit dem du urinierst und mit dem du Sex hast. Vielleicht macht er dir Sorgen, weil er zu klein ist, oder zu kurz, weil er nicht steif wird oder zu schnell kommt. Ist er überhaupt richtig, so wie er ist?
Penis
Foto: bizoon / Depositphotos.com

In den meisten Fällen ist er das durchaus, und Sorgen sind unbegründet. Was du wissen musst, um das selber besser zu beurteilen, erfährst du hier.

Und was Mythen und Ammenmärchen sind, ebenfalls.

Wir klären dich auf über ein paar grundlegende Fakten über deinen Penis (auch als Lingam bekannt), seine Anatomie und Funktionsweise, seine Erkrankungen und natürlich geben wir dir auch ein paar Tipps, was ihm guttut.

Der ideale Penis

Ein paar harte Penis-Fakten:

  • Der Durchschnittspenis misst unerigiert 9 cm und ausgefahren 14 cm
  • Alle Penisse sind nur zur Hälfte sichtbar – die andere Hälfte liegt im Bauchinneren
  • Die Hälfte aller Penisse hat eine Rechts- oder Linkskrümmung
  • 80 Prozent der Penisse sind Blutpenisse, die anderen 20 Prozent werden durch Erektion kaum größer
  • Penis-Unterseite (entlang der Penisnaht) und Eichel sind am sensibelsten
  • Frauen nehmen den Penis meist größer wahr als er ist
  • Fast die Hälfte aller Männer ist unzufrieden mit ihrem Penis

Zu klein, zu kurz, zu krumm?

Hier geht’s um den erigierten Penis.

Das Beste gleich vorneweg: Frauen nehmen das beste Stück des Mannes größer wahr als es ist. Überhaupt: Durchmesser ist wichtiger als Länge, weil die Vagina ihre sensibelsten Bereiche im vorderen Drittel hat.

Der Spruch:

„Kurz und dick ist Frauenglück“

stimmt tatsächlich.

Lang ist also nicht besser.

Und: Für einen langen Penis ist es oft schwerer, eine ausreichende Erektion aufzubauen, um die Vagina penetrieren zu können.

Ein kleiner Penis ist meist standhafter und für die Frau deshalb befriedigender als ein langer. Und geht es um die Zeugungsfähigkeit, ist Größe absolut egal.

Dasselbe gilt für eine leichte Krümmung. Das kann der/m Partner/in sogar besonderen Spaß machen – immerhin kommt ein gekrümmter Penis möglicherweise an Stellen, wo andere nicht hinkommen…

Blut und Fleischpenis

Und wie sieht es aus, wenn er nicht steht? Wusstest du, dass es zwei Sorten Penisse gibt?

Ein kleiner Penis entwickelt sich oft mächtig, wenn er ausgefahren wird; das nennt man dann Blutpenis.

Umgekehrt gibt es Penisse, die im schlaffen Zustand groß sind, sich aber durch eine Erektion kaum verlängern. Und das sind dann Fleischpenisse.

Man kann also einen Penis überhaupt nicht danach beurteilen, wie er unerigiert aussieht.

Das sagt nicht aus über seine Stattlichkeit, noch weniger über seine Potenz. Und schon gar nichts darüber, ob sein Besitzer ein versierter Liebhaber ist…

Ach, und das hier: „An der Nase eines Mannes erkennt man seinen Johannes“ stimmt übrigens auch nicht. Mehrere Studien haben gezeigt, dass es keine Parallelen gibt zwischen der Größe der Nase eines Mannes (oder der Hände) und seinem Penis.

Hilfsmittel für die Penisvergrößerung

Kurz und knapp: das meiste davon ist schlicht rausgeschmissenes Geld.

  • Extender: Durch Zug soll das Gewebe gedehnt und zum Wachstum angeregt werden. Häufiger entstehen dabei aber Bindegewebsrisse, die eine Erektion dauerhaft erschweren können.
  • Vakuumpumpen: können bei regelmäßiger Anwendung teilweisen Erfolg bringen, der aber nicht anhält.
  • Operation: Auch hier bleibt das Ergebnis meist hinter den Erwartungen zurück und es kann zu Erektionsverlust kommen.
  • Pillen: Finger weg. Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, eventuell sogar schädlich, je nachdem, was hineingemischt wurde.

Tipp: Versuche es doch mit der traditionellen Methode sudanesischer Araber: Den Penis jeden Tag eine halbe Stunde mit langen Melkbewegungen von der Wurzel bis zur Spitze bearbeiten. Sichtbare Erfolge gibt’s aber frühestens nach einem Jahr.

Anatomie und Funktionsweise des Penis

Anatomie

Es gibt

  • kegelförmige
  • zylinderförmige
  • flakonförmige Penisse

Die meisten Männer haben einen Penis in der Form eines Flakons: Die Eichel hat einen etwas größeren Durchmesser als der Schaft.

Auf der Abbildung kannst du alle wesentlichen Teile des Penis erkennen: Peniswurzel, Schaft und Eichel.

Eine Vorhaut hast du vermutlich auch (sofern du nicht beschnitten bist).

An der Unterseite des Penis bildet die Vorhaut das Vorhautbändchen aus, das sogenannte Frenulum.

Eine ganz besondere Stelle! Darauf kommen wir noch zurück.

Hinter dem Penis liegen die Hoden, die die männlichen Samenzellen produzieren. Hast du schon gewusst? Prima.

Im Inneren des Penisschaftes wird’s interessant.

Zunächst liegen da die drei Schwellkörper. Zwei an der Oberseite, einer unten.

Und dazwischen verläuft die Harnröhre bis an die Spitze der Eichel. Wie das aussieht? Stell dir vor, du greifst mit drei Fingern nach einem appetitlichen Käsestick am kalten Buffett. So sieht das dann aus.

Apropos Käse: Bei mangelhafter Hygiene entsteht zwischen Eichel und Vorhaut das Smegma aus abgestorbenen Zellen, Talg und Urinresten. Schon erlebt? Hoffentlich nicht.

Kommen wir zur Harnröhre zurück.

Diese Harnröhre zweigt auf dem Weg zur Harnblase ab, mogelt sich durch die Prostata und macht sich dann unter dem Namen Samenleiter nach einem eleganten Loop auf den Weg zu den Hoden.

Auch wichtig, wir kommen drauf zurück.

Die Blutversorgung und Nervenbahnen sind im Penis sozusagen für Hardcore-Belastung ausgelegt

  • vier Arterien (paarig)!
  • 4000 Nervenenden in der Eichel!

Was für eine raffinierte Ausstattung – alles für deine Lust!

Die drei E – Erregung, Erektion und Ejakulation

Erregung und Erektion

Bei Erregung schwellen die Schwellkörper an, und der Penis wird steif, weil dein Kreislauf mehr Blut hineinpumpt.

Der Blutdruck steigt, Puls- und Atemfrequenz erhöhen sich. Dafür sorgt das vegetative Nervensystem, das du nicht willentlich beeinflussen kannst.

Tipp von Magdalena Wede – Sexologin/Sexualtherapeutin:
„Auch bei großer Erregung kann es vorkommen, dass sich die Erektion nicht in ausreichendem Maß oder auch gar nicht einstellt.Das passiert nahezu jedem Mann einmal und sollte – falls es nicht häufiger passiert – kein Grund zur Beunruhigung sein.“

Je nach Alter des Mannes wird sein Penis übrigens circa elf Mal pro Tag steif. Im Schlaf etwa alle ein- bis eineinhalb Stunden.

Tipp: wenn du Probleme mit der Erektion hast, versuche es doch mal mit einem Beckenboden-Tuning, beispielsweise mit Kegel-Übungen.

Orgasmus und Ejakulation:

Jetzt kommt’s – erreicht die Erregung einen bestimmten Grad, melden die Nerven im Penis das an das sogenannte ‚Ejakulationszentrum‘ im unteren Rückenmark.

Der Orgasmus wird ausgelöst und äußert sich in unwillkürlichen Muskelkontraktionen des ganzen Genitalbereichs.

Die Prostata melkt nun in rhythmischen Bewegungen das Ejakulat aus den Hoden und schießt es durch unseren elegant verschlungenen Samenleiter nach draußen.

Hoffentlich mit großem Genuss für dich.

Merke: Orgasmus und Ejakulation sind zwei unabhängig voneinander verlaufende neurophysiologische Vorgänge, die zwar meistens, aber nicht immer parallel ablaufen!

Erkrankungen

Tja, aber leider bleibt des Mannes bestes Stück nicht immer gesund – zu nennen sind da Fehlbildungen, Infektionen und Geschlechtskrankheiten.

Einige davon wollen wir hier kurz erläutern,

aber wenn du meinst, Grund zur Sorge zu haben, warte bitte nicht lange und geh zum Arzt.

Fehlbildungen:

Keine Fehlbildung sind:

  • Hornzipfel: Das sind warzenähnliche Auswüchse am Eichelrand, die aber völlig harmlos sind.

Sehr verbreitet sind diese drei Fehlbildungen:

  • Phimose: So nennt man die Verengung der Vorhaut. Manchmal ist diese Verengung so stark, dass sie eine Erektion behindert bzw. Schmerzen bereitet, weil die Vorhaut sich nicht vollständig hinter die Eichel zurückziehen kann. Eine kleine Operation behebt dieses Problem aber vollständig.
  • Stark verkrümmter Penis: Eine Krümmung um mehr als 30 Grad sieht nicht schön aus und verkompliziert obendrein den Sex. Mit einer speziellen Operationsmethode kann verhärtetes Gewebe im Penis entfernt werden – die Bindegewebshülle bleibt dabei unversehrt.
  • Penisbruch:N ur in 28 Prozent der Fälle ist wilder Paarsex schuld am Penisbruch. 43 Prozent passieren durch heftige Masturbation, 16 Prozent durch Unfall (Schlag oder Stoß) und 11 Prozent bei Bauchschläfern. Er sollte sofort operiert werden, unbehandelt kann er zum kompletten Verlust des Erektionsvermögens führen. Die Operation hingegen heilt schnell und ohne Rückstände.

Tipp: Wusstest du, dass häufiges Ejakulieren vor Hodenkrebs schützt? Fünfmal Sex pro Woche (auch Masturbation) senkt das Risiko um 30 Prozent!

Infektionen und Geschlechtskrankheiten

Das sind die sieben häufigsten Geschlechtskrankheiten:

  • Chlamydien
  • Feigwarzen
  • Pilzinfektionen des Genitaltraktes
  • Herpes genitalis
  • HIV (Aids)
  • Tripper
  • Syphilis

Auch hier gilt:

wenn du irgendwelche Zweifel hast – geh lieber gleich zum Arzt: Mit all diesen Krankheiten kannst du deine/n Partner/in anstecken, auch dann, wenn ihr Safer Sex praktiziert!

Was ihm guttut

Hier haben wir für dich und deinen Zauberstab zum Schluss noch drei Tipps, mit denen ihr euch vergnügen könnt:

  • Wie wäre es mit einer Penismassage mit warmem Öl? Das kannst du auch selber machen. Geheimtipp: an diesen drei Stellen ist es besonders angenehm: am Vorhautbändchen unter der Eichel (Frenulum), an der Penisnaht, die sich von dort aus bis hinter die Hoden zieht, und am Jen-Mo-Punkt zwischen Hoden und Anus. Manche nennen ihn auch den Billion-Dollar-Punkt. Warum? Probiers aus und drücke ihn fest, wenn du kommst. Damit kannst du die Ejakulation verhindern und mit etwas Übung ein zweites Mal kommen…
  • Nackt in der Sonne baden: Sonnenlicht lässt den Testosteronspiegel steigen – um bis zu 20 Prozent – und fördert die Erektionsfähigkeit.
  • Zimtduft törnt euch an. Forscher vermuten, dass Zimt nostalgische und entspannende Gefühle hervorruft, die die Gedanken des Mannes auf den Penis und dessen Bedürfnisse lenken.
Der Penis: Mythen und Wahrheiten
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