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Weibliche Ejakulation: so wird sie erreicht!

Ok, Ejakulation ist kein Thema, das kennen alle Männer. Aber bei Frauen?! Können Frauen auch ejakulieren? Man hört und liest es hie und da – aber ist da was dran? Und wenn ja – wie funktioniert die weibliche Ejakulation? Ist das dasselbe wie Squirten? Kannst du das womöglich auch? Oder deine Partnerin?
weibliche Ejakulation
Foto: yellow2j / Depositphotos.com

Wir beschreiben und erklären dir hier

  • Was weibliche Ejakulation ist und was nicht
  • Welche Technik du draufhaben musst, wenn du dich oder deine Partnerin zum Spritzen bringen willst.

Mit ein bisschen Übung kannst du das sofort umsetzen. Aber mach dir keinen Druck, squirten kommt nur bei völliger körperlicher und mentaler Entspannung.

Was ist das überhaupt – weibliche Ejakulation?

Grob gesagt:

wenn aus dem Genitalbereich der Frau bei sexueller Erregung stoßweise ein Sekret austritt, und zwar verbunden mit großer Lust.

Das kann während des Orgasmus sein oder vorher, das kann viel oder wenig sein, das kann eine klare oder weißliche Flüssigkeit sein, das kann tröpfeln oder spritzen. Je nach Frau, Erregung, Stimulation, Stellung…

Ausgelöst wird dieser Reflex durch intensive Stimulierung der G-Fläche. Intensiv kann manchmal heißen WIRKLICH intensiv. Kann ganz schön anstrengend für den Partner werden, aber den meisten ist es das wert.

  • Ejakulat und Squirting sind zwei verschiedene Dinge, die aber gemeinsam auftreten können
  • Die dabei austretende Flüssigkeit besteht zu unterschiedlichen Anteilen aus Urin und Flüssigkeit aus den Bartholinischen Drüsen
  • Squirten/Ejakulieren und Orgasmus sind nicht voneinander abhängig
  • Ejakulat ist wenig mehr als 1 Teelöffel voll, squirten kann frau bis zu 250 Milliliter
  • Sqirten kann frau lernen. Mehr als die Hälfte aller Frauen können es angeblich

Ist das nicht – Urin?!

Jetzt streiten sich die Geister schon seit langem, ob diese Flüssigkeit Urin ist oder ein geheimnisvolles Drüsensekret.

Es ist jedenfalls in keinem Falle Samenflüssigkeit wie beim Mann. Wie auch – für den Samen sind die Männer da, für die zu besamenden Eier die Frauen. Mutter Natur arbeitet nicht doppelt.

Aber unsere Genitalien sind ja kleine Wunderwerke hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit. Und da gibt es in der Vorderwand der Vagina ein schwammartiges Gewebe, das bei sexueller Erregung anschwillt und härter wird. (Ja, so ähnlich wie euer Penis, liebe Männer.)

Das ist die G-Fläche. Sie fühlt sich geriffelt an, etwa so wie eine Walnuss und hat auch in etwa diese Größe.

Wir haben dir hier ein Schaubild eingebaut, wo du das alles besser verorten kannst:

Ejakulat

Und hinter dieser Fläche (also zwischen Harnröhre und Vagina) liegen in dem schwammartigen Gewebe die paraurethralen Drüsen (Skene- und Bartholin-Drüsen) die in kleinen Mengen eine Flüssigkeit erzeugen, die leicht weißlich ist und bei sexueller Erregung reflektorisch austreten kann. Das allein spritzt aber noch nicht.

Was es genau ist, ist noch nicht ausreichend erforscht. Als mögliche Quellen dieses Ejakulats gelten auch Absonderungen aus der Gebärmutter, vom Muttermund, Eileiterflüssigkeit und Transsudatflüssigkeit aus dem Harnleiter. Was es nicht alles gibt…

Diese kleine Menge an Flüssigkeit – etwa 1 Teelöffel voll – ist nicht weiter spektakulär und wird manchmal gar nicht bemerkt. Was aber die meisten unter weiblicher Ejakulation verstehen, ist eigentlich etwas anderes. Man nennt es auch Squirten und es ist so beliebt, dass es dafür eigene Pornokategorien gibt.

Hier erklären wir dir den Unterschied:

Squirting

Wenn der Reflex und die Erregung sehr stark sind, betrifft das natürlich auch das umliegende Gewebe – die Vagina, die Gebärmutter, die Blase, der Beckenboden – alles zieht sich zusammen. Ja, auch die Blase. Und daher kann es passieren, dass auch Urin mit austritt oder eben gespritzt wird. Nichts Mystisches dabei.

Jetzt gibt’s einige, die behaupten: Alles falsch, kann nicht sein, es RIECHT ja nicht nach Urin. Tja – frischer Urin riecht auch nicht. Erst wenn er sich an der Luft zersetzt, fangen seine Moleküle an, unsere Nasen zu belästigen.

Andere sagen: Aber die Blase wurde UNMITTELBAR vor dem Sex geleert – da kann gar kein Urin drin gewesen sein. Doch, kann. Beim Sex steigt dein Blutdruck an, die Organe und daher auch die Nieren arbeiten mit Vollschub, und natürlich kommt da in kürzester Zeit wieder einiges an Urin zusammen.

Oder glaubst du allen Ernstes, dass eine so kleine Gewebestelle allein wie die hinter der G-Fläche so viel Flüssigkeit produziert? Manche Frauen spritzen bis zu 250 Milliliter!

Man hat gemessen, dass sich in dieser Flüssigkeit Urin nur verdünnt befindet – woraus aber der Rest besteht, ist noch nicht erforscht.

Weibliche Ejakulation ist es übrigens nicht, wenn willentlich d.h. kontrolliert die Blase entleert wird. Kann auch schön sein, aber das ist nicht squirten.

Spritzen oder Pinkeln…?

Iiih, bäh, ich pinkel doch nicht beim Sex….

Wenn du so denkst, wirst du nicht enthemmt genug sein, um fürs Squirten wirklich loszulassen. Das fühlt sich in der Tat ein bisschen an wie Pinkeln.

Erst wenn dir das egal ist, was da rausläuft, kannst du es auch loslassen. Manchmal hilft die ‚Überzeugungsarbeit‘ deines Partners an deiner G-Fläche.

Manchmal helfen vor allem die konvulsiven Zuckungen deiner gesamten Unterleibsorgane – Vulva, Vagina, Beckenboden, Gebärmutter – beim Orgasmus. Und manchmal ist es beides.

Also? So schlimm wär das nun wirklich nicht, oder?

Vergiss nicht, dass dein Partner/deine Partnerin das wahrscheinlich supergeil finden würde.

Sicherheitshalber kannst du eine wasserfeste Unterlage unters Laken legen. Oder etwas Saugfähiges. Damit dir die Sorgen um die Matratze nicht die Enthemmung versauen.

Apropos versauen: hier gilt lieber mehr als weniger. Ein kleines Handtuch wird in den meisten Fällen nicht reichen.

Und wie geht das jetzt – so technisch gesehen?

How-to-squirt

Für Frauen:

Zunächst mal brauchst du entweder einen Mann bzw. seinen Penis oder Mittelfinger oder einen Dildo. Eine erntefrische Zucchini oder Karotte soll es auch tun, hab ich gehört.

Damit stimulierst du – bzw. dein Partner/deine Partnerin deine G-Fläche (diese schwammartige Gewebestelle). Zunehmend fester. Wenn es sich anfühlt wie hardcoreficken, bist du auf dem richtigen Weg. Du musst dabei natürlich erregt sein, sonst wäre es ja Quatsch.

Irgendwann hast du vielleicht das Gefühl, pinkeln wäre jetzt möglich, und wenn du dem ein wenig nachgibst, kribbelt es vielleicht schon in der Harnröhrengegend. Nur weiter. Wenn du dir jetzt die Erlaubnis gibst, läuft, schießt, pladdert es raus, ob mit oder ohne Orgasmus.

Es sollte dir in dem Moment auch egal sein, ob du jetzt gesquirtet hast oder ejakuliert. Wahrscheinlich beides.

Ja, so geht’s. Natürlich kannst du mit dieser Erfahrung spielen und variieren und deine Squirtingfähigkeiten erweitern. Dein Körper hat bestimmt noch einiges an Überraschungen für dich bereit.

weibliche Ejakulation hervorrufen
Foto: raykehoe / Depositphotos.com

Für Männer/Partner/innen:

Es kann nicht schaden, wenn du zuerst unseren Beitrag Eine Frau richtig fingern – 5 Techniken, um sie zur Ekstase zu bringen! liest.

Stimuliere die G-Fläche. Richtig intensiv, schnell und vor allem lange. Aber mach ihr (und dir) keinen Druck. Wenn ihr beide Übung habt, geht’s vielleicht auch schneller.

Und dann – genieße…

Falls du und dein/e Partner/in Erfahrung mit Fisten habt: Der Kick ist noch stärker, wenn die ganze Faust die Vagina stimuliert – das kann beim Squirten helfen.

Fazit

Squirten und ejakulieren sind also nicht ganz dasselbe. Aber grundsätzlich kann das jede Frau lernen. Wie bei allem im Leben – Übung macht die Meisterin.

Du brauchst:

  • Eine wasserdichte oder stark saugfähige Unterlage
  • Starke Erregung in Verbindung mit tiefer Stimulation des G-Punktes
  • Ein bißchen Zeit und Geduld beim Üben

und vor allem:

  • einen genußvollen und schambefreiten Zugang zu deiner Lust und Sexualität.

Na denn – viel Spaß beim Üben und Genießen!

Weibliche Ejakulation: so wird sie erreicht!
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